Rhythmus beim Songwriting.

Rhythmus beim Songwriting? Warum du ein grundlegendes Verständnis darüber brauchst und was du beachten musst erfährst du nun. Wir machen einen kurzen Abstecher in die Welt der Musiktheorie: Wir klären die Begriffe Takt, Tempo, Metrum und Rhythmus so einfach und verständlich wie nur möglich.

Drumsticks - Rhythmus beim Songwriting

Takt, Tempo, Metrum, Rhythmus – Das solltest du wissen

Takt

Der Takt besteht aus einer gleichmäßigen Folge von Schlägen (Beats), die durch eine regelmäßig wiederkehrende Betonung gegliedert werden. Dabei ist der Takt über den gesamten Song gleich. Der erste Schlag eines Taktes wird betont.

Beispiel: Ein 3/4 Takt: Eine Taktlänge beträgt 3 mal die Länge einer Viertelnote. Jeder 3. Schlag ist also betont.

Am weitesten verbreitet sind wohl 4/4 und 3/4 Takt. Diese Takte findet man in fast allen Genres. Für Fortgeschrittene sind allerdings auch andere Taktformen interessant, sogenannte „odd time signatures„. Ein 5/8 Takt klingt für ungeübte Ohren sehr fremd und unnatürlich. Im Jazz jedoch sind solche Taktformen keine Seltenheit.

Metronom

Tempo

Das Tempo wird in Schläge pro Minute (bpm) angegeben. Ein Schlag entspricht dabei der Länge einer Viertelnote.

Um das Tempo festzulegen verwendet man in der Regel ein Metronom. Eine Alternative zum klassischen Metronom sind Software-Metronome. Hier lässt sich das Tempo viel akkurater einstellen und auch der Takt kann mit angegeben werden.

Das Tempo eines Songs bestimmt wesentlich die Grundstimmung: Während ein langsames Tempo (<80 bpm) dem Song eine ruhige, romantische oder melancholische Stimmung verleiht, wirkt ein schnelles Tempo (>120 bpm) sehr dynamisch, lebensfroh oder sogar aggressiv.

Das Metrum

Als Metrum bezeichnet man die Abfolge von betonten und unbetonten Silben. Betonte Silben sind solche, bei denen man im natürlichen Sprachgebrauch seine Stimme anhebt. Beispiel: Fahrrad fahren“ Die hier fetten Silben sind betonte Silben.

Beim Songwriting ist es wichtig darauf zu achten, dass Zeilen, die sich reimen, auch vom Metrum zusammen passen. Wichtig hierfür ist, dass diese beiden Zeilen die gleiche Anzahl an Silben haben. Außerdem sollte mindestens das Metrum der Reimwörter, am besten aber auch das der ganzen Zeile übereinstimmen.

Der Rhythmus

Als Rhythmus bezeichnet man zum einen die allgemeine Struktur von Musik. Dazu gehört auch Takt, Tempo und Metrum. Zum anderen ist der Rhythmus die Abfolge von Tönen die relativ zueinander unterschiedliche Längen haben.

Gemeint ist hier vereinfacht ausgedrückt eine konkrete Folgen von lang(l), mittel(m) oder kurz(k) gesungenen Silben.

Rhythmusgitarre

Beispiel: „San Francisco“ – Scott McKenzie

If(m) you’re(m) go(k) – ing(l)
to(m) San(l) Fran(l) – cis(k) – co(m)“

Neben der unverkennbaren  Melodie des Songs  erkennt man diesen auch an seiner einzigartigen Rhythmik. Durch die Streckung des Stadtnamens „San Francisco“ zieht sich die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf die Stadt.

Der Rhythmus kann also dazu dienen die wichtigen Schlüsselwörter zu unterstreichen und den Song einzigartig zu machen. Ein eintöniger Rhythmus (z.B. nur Viertel-/Achtelnoten) kann z.B. Monotonie und Emotionslosigkeit ausdrücken. Ein Rhythmus der mit Pausen und verschiedenen Tonlängen arbeitet kann dagegen sehr lebhaft wirken und Gefühle wie Freude, Liebe, Trauer, Sehnsucht und Schmerz vermitteln.

San Francisco Straßenbahn

Beispiel: „Yesterday“ – The Beatles

Yesterd a y, all my troubles seemed so  f a r    a w a y

Die Silbe „day“ als auch die Wörter „far away“ sind hier besonders in die Länge gezogen. Yesterday – far away bleibt deshalb sehr stark im Gedächtnis hängen. Die Kernaussage ist so schon in der ersten Zeile zu erkennen und gleichzeitig werden Emotionen geschaffen wie Sehnsucht(nach vergangener Zeit) und Trauer.

Rhythmus im Songwriting ist genau deshalb ein sehr machtvolles Werkzeug, weil er die Aufmerksamkeit des Zuhörers lenkt und Emotionen erschafft und genau das ist doch was ein Songwriter möchte.

Beatles Statue Liverpool

163 total views, 1 views today